Illustration Kaserne

Was wir wollen

Aus der ehemaligen Viktoria-Kaserne in Hamburg-Altona wird dauerhaft ein gemeinschaftlich betriebener Produktionsort für Kunst, Kultur und Gestaltung, Gewerbe und Bildung, kleine Firmen sowie soziale Organisationen. Die Genossenschaft fux eG hat das denkmalgeschützte Gebäude aus städtischem Besitz im Februar 2015 gekauft, um es es zu sanieren, umzubauen und zu erweitern. Wie es dazu gekommen ist, was daran schwierig war und was das mit dem Recht auf Stadt zu tun hat, könnt ihr in dem Artikel „Ein Haus als Gegengewicht“ lesen.

Über 200 Menschen werden in der Ex-Kaserne arbeiten, ausstellen, experimentieren, sich austauschen und das Areal für den Stadtteil öffnen.
 Die Genossenschaft ist hervorgegangen aus dem Zusammenschluss des Frappant e.V. und Lux & Konsorten. Die rund 140 Mitglieder des Frappant e.V. mussten 2010 aus dem Frappant-Gebäude in der Großen Bergstraße ausziehen und in die Kaserne ausweichen, wo sie seitdem arbeiten und ein vielseitiges Kulturprogramm auf die Beine stellen. Lux & Konsorten gründete sich 2011 als kollektives Projekt aus Unternehmungen, die gemeinsam in Altona einen Gewerbehof bewirtschaften wollen.

Der Hintergrund

Gentrifizierung ist nicht allein ein Problem von steigenden Wohnkosten, auch bezahlbare Arbeitsorte verschwinden. In Altona, Ottensen und generell in den zentralen Lagen Hamburgs kann man es erleben: Jeder Hinterhof, jede Lagerhalle und jede Brachfläche wird heute in Betongold verwandelt. Wenn die großen Investoren kommen, können lokale Kleingewerbetreibende und Kulturschaffende einpacken. Die fux eG und das Projekt in der ehemaligen Kaserne sind nicht zuletzt aus dem Widerstand gegen diese Entwicklung entstanden. Viele der Menschen, die in der Kaserne arbeiten bzw. dort arbeiten werden, haben durch die Ikea-Ansiedlung, das Großprojekt „Mitte Altona“ oder wegen anderer Bauprojekte wie der Phoenix Höfe ihre Räume verloren. Die Freie und Hansestadt Hamburg und der Bezirk Altona mussten sich der Forderung nach einem Ausgleich dafür stellen – Ende 2013 hat uns die Finanzbehörde die Immobilie zum Kauf angeboten. Nach anderthalb Jahre Verhandlungen hat die fux e.G. das Gebäude schließlich Anfang 2015 von der Stadt erworben.

Wer und was ist dabei?

Auf den nach Umbau und Modernisierung etwa 9000 Quadratmetern Fläche sollen die Dinge möglich werden, die durch die Kommerzialisierung der Stadt immer mehr aus den zentralen Vierteln verschwinden: bezahlbare Gewerbe- und Atelierräume, Flächen für gemeinschaftliche Nutzungen, d.h. Probe-, Ausstellungs- und Versammlungsräume und Produktionsstätten für kleine Betriebe. Unsere Dreifaltigkeit lautet: Kultur, Bildung und Produktion im Stadtteil.

Bei der Entwicklung der Ex-Kaserne sind beteiligt: Bildende Künstler/innen, eine Fahrradwerkstatt, Grafik- und Modedesigner/innen, ein Umsonstladen, eine Foodcoop, Illustrator/innen, Architekt/innen und Stadtplaner/innen, eine Möbeltischlerei, Projekträume für Kinder- und Jugend-Workshops, eine Baumpflege-Firma, eine Stadtteil-Kantina, Fotograf/innen, Filmemacher/innen, Musiker/innen, Theaterleute, Programmierer/innen, Buch- und Filmverlage, ein Buchhaltungsbüro, ein Bildungsträger, ein Journalist/innenbüro, eine Polsterei, eine Instrumentenbauwerkstatt, eine Schneiderei und ein Ton- und Lichtanlagenverleih. Neben Einzel- und Gruppenateliers bzw. -werkstätten wird es eine Gästeetage, Seminar-, Projekt- und Workshopräume, Veranstaltungsräume, die Ausstellungsräume des Frappant e.V., Übungs- und Probenräume, Tanz, Theater und Musik sowie einen selbstorganisierten Jugendtreff und vieles mehr geben.

Ein paar der fux-Genossinnen und Genossen, ihre Berufe und Vorhaben stellen wir euch in kurzen Porträts vor. Die Satzung der fux eG findet ihr hier.

Die Illustration ist von Christina Gransow.