Witteks Kaserne

Warum unterstützen?

Viel ist passiert, seitdem wir die Genossenschaft fux eG im Oktober 2014 gegründet und die ehemalige Viktoria-Kaserne im Februar 2015 von der Stadt gekauft haben. Wir sind jetzt rund 200 Mitglieder in der Genossenschaft und stecken mitten in den Sanierungs- und Umbauarbeiten.

Inzwischen ist mit den Händen zu greifen, was für ein besonderer, vielfältiger Ort hier entsteht – und auch viele andere merken das: Die Bewerberlisten platzen aus allen Nähten, wir habe tolle neue Genoss*innen gewinnen können – zuletzt ist unter anderem die Kurzfilmagentur hinzugekommen. Neue Orte sind entstanden – der schöne Seminarraum von dock europe im 2. Obergeschoss West ist schon jetzt als Veranstaltungs- und Kongressort unverzichtbar in der Stadt, auch die Gästeetage im ersten Stock West brummt ordentlich. Im dritten Stock ist zwischen Süd- und Ost-Flügel ein ganz neues Quartier entstanden. Wir haben die Sanitäranlagen verlegt – die wunderschönen Erkergebäude, in denen sie bis dato waren, werden zu Atelier- und Arbeitsräumen umgebaut. Die Schwammsanierung in den Dächern ist erfolgreich abgeschlossen, der Ausbau der Cantina-Räume schreitet voran und bald öffnen wir das Gebäude auch zur Ecke Zeiseweg / Bodenstedtstraße.

Fünf gute Gründe, das Projekt zu unterstützen

1. Es stärkt lokale Strukturen: Das Projekt schafft im Stadtteil Infrastruktur und Diversität – u. a. mit Ateliers, Werkstätten, Veranstaltungs-, Ausstellungsflächen und Versammlungsräumen sowie einer Cantina und einer Gästeetage. Es ist ein Begegnungsort für die Umgebung und setzt der Abwanderung von lokaler Ökonomie an die Stadtränder etwas entgegen.

2. Es ist eine Investition in lebendige Stadtgeschichte: Das ehemalige Kasernengebäude ist seit 2010 denkmalgeschützt. Gleichzeitig hat es als wilhelminische Militäranlage sowie als Polizeiquartier während des Nationalsozialismus eine belastete Geschichte. Dieses Stück Stadtgeschichte machen wir zugänglich. Die abgeschirmte Zwingburg, die bislang nur über den Innenhof zugänglich war, wird sich 2017 mit einem neuen Portal auch architektonisch zum Stadtteil öffnen.

3. Es ist ein solidarisches Gemeinschaftsprojekt: Während anderswo öffentlicher Grund und Boden privatisiert wird, gehen Stadt und Bezirk mit dem Verkauf des Gebäudes und der Unterstützung der fux eG einen anderen Weg: Die Genossenschaft wird die Immobilie der Spekulation entziehen und als Gemeineigentum auch für kommende Generationen sichern. Statt einer weiteren hochpreisigen Wohn- oder Büroimmobilie entsteht dauerhaft ein zugänglicher und bezahlbarer Produktions-, Kultur- und Begegnungsort.

4. Es entsteht eine andere Art von Überschuss – vom Umsonstladen bis zum Gästehaus, von alternativen Versammlungs- und Kongressräumlichkeiten über die Food-Coop bis zur Kunstausstellung: Dem Gesamtprojekt liegt eine Idee von kollektivem Überschuss zugrunde. Wir teilen uns Infrastruktur und Arbeitsmittel, um den Verwertungsdruck zu senken und gemeinschaftliche, nicht gewinnorientierte Räume und Projekte querzufinanzieren.

5. Es ist eine solide Geldanlage: Neue Genossenschaften werden vom Genossenschaftsverband gründlich geprüft, weshalb die Genossenschaft als sehr solide, langlebige und krisensichere Rechtsform gilt.

Illustration: Wittek