Dass wir heute in der ehemalige Viktoria-Kaserne Ecke Zeiseweg / Bodenstedtstraße sitzen, ist kein Zufall, sondern Ergebnis stadtpolitischer Auseinandersetzungen.

wie es dazu kam – fux altona
Dass wir heute in der ehemalige Viktoria-Kaserne Ecke Zeiseweg / Bodenstedtstraße sitzen, ist kein Zufall, sondern Ergebnis stadtpolitischer Auseinandersetzungen. Im Frühjahr des Jahres 2009 verkündete der Bezirk Altona, auf dem Gelände des ehemaligen (und inzwischen abgerissenen) Frappant-Komplexes an der Großen Bergstraße in Altona-Altstadt die deutschlandweit erste innerstädtische Ikea-Filiale ansiedeln zu wollen.

Was wir wollen – Altona heute
Aus der ehemaligen Viktoria-Kaserne in Hamburg-Altona wird dauerhaft ein gemeinschaftlich betriebener Produktionsort für Kunst, Kultur und Gestaltung, Gewerbe und Bildung, kleine Firmen sowie soziale Organisationen. Die Genossenschaft fux eG hat das denkmalgeschützte Gebäude aus städtischem Besitz im Februar 2015 gekauft, um es zu sanieren, umzubauen und zu erweitern. Über 300 Menschen werden in der Ex-Kaserne arbeiten, ausstellen, experimentieren, sich austauschen und das Areal für den Stadtteil öffnen.

Die Geschichte der ehem. Viktoria-Kaserne
Von 1878 bis 1883 ließ das Land Preußen in Altona die „Neue Caserne“ erbauen – die Anlage umschloss das heutige Gebiet von der Haubachstraße über die Eggerstedtstraße und Zeisestraße bis zur Bodenstedtstraße. In der gesamten Kasernenanlage war das 31. königlich-preußische Infanterie-Regiment, Graf Bose stationiert. Ursprünglich gruppierten sich drei Kasernenblöcke, ein Gebäude für den Speiseraum der Offiziere, mehrere Funktionsgebäude (Wäscherei, Fahrzeugschuppen) sowie die Exerzierhalle, eine Reithalle, ein Pferdestall und die Arrestanstalt um den großen Exerzierplatz herum.

denkXmal
In der Nutzungsgeschichte der Gebäude der ehemaligen Viktoria-Kaserne spiegeln sich in beklemmender Weise eineinhalb Jahrhunderte deutscher Geschichte. Die wuchtigen Backsteinmauern stehen als stumme Zeugen für den Untertanengeist des preußischen Militarismus, für Kolonialkriege und Überfälle auf europäische Nachbarstaaten in zwei Weltkriegen, für den Untergang der Weimarer Republik und für die Verbrechen des Nationalsozialismus sowie die Beteiligung deutscher Polizisten am Holocaust. Der demokratische Neubeginn der Nachkriegszeit war von den Nachwirkungen dieser Vergangenheit geprägt.
Die fux Genossenschaft begreift diese Geschichte als eine Verpflichtung zur Erinnerung, zur Mahnung, zum Nachdenken. Mit der Umnutzung der Gebäude möchte sie mit der autoritären Tradition brechen und einen neuen, freien Geist einziehen lassen. Sie möchte eine humanistische Konversion dieses Ortes erreichen und solidarische und selbstverwaltete Strukturen als Keimformen einer gerechten Gesellschaftsordnung entwickeln.
denkXmal ist die Geschichts-AG der fux Genossenschaft. Sie ist erreichbar unter: denkxmal(at)fux-eg(punkt)org