Huettengefaengnis
Di. 14.04.2026

Das Hüttengefängnis in der Hamburger Neustadt und die Viktoria-Kaserne in Altona

Der Historiker Herbert Diercks hat zur Geschichte der Hamburger Polizei während des Nationalsozialismus geforscht und Ende 2025 im Schaff-Verlag das Bauheft „Das Hüttengefängnis in der Hamburger Neustadt“ publiziert. Wir nehmen diese Veröffentlichung zum Anlass, die Heftvorstellung mit Schlaglichtern auf die Nutzungsgeschichte der Viktoria-Kaserne zu verbinden.

Vortrag von Herbert Diercks
Das Hüttengefängnis in der Hamburger Neustadt und das Polizeigefängnis Altona
Dienstag, 14. April 2026, 19 Uhr
Seminarraum dock europe, fux eG, Bodenstedtstr. 16
Veranstalterin: Geschichts-AG denkXmal der fux eG in Kooperation mit der interkulturellen werkstatt e.V. (ikw), gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Das Hüttengefängnis wurde 1858 als Polizeiwache mit angeschlossenen Haftzellen in der Neustadt in der Nähe der Wallanlagen errichtet. Ab 1933 fungierte es als Ort der nationalsozialistischen Verfolgung. Es diente als Haftstätte für als „Asoziale“, „Politische“ oder aus weiteren Gründen verfolgte Männer und Frauen, als Sammelpunkt für die Zwangsabschiebung von Jüdinnen und Juden polnischer Staatsangehörigkeit im Oktober 1938 sowie als Durchgangsstation in das Konzentrationslager Sachsenhausen nach dem Novemberpogrom. Über das Hüttengefängnis kamen mehrere Tausend Frauen und Männer in die KZ Neuengamme, Mauthausen, Buchenwald. In der Nachkriegszeit nutzte die Stadt das ehemalige Gefängnis bis 1981 als Jugendheim, später als Unterkunft für geflüchtete Menschen und von 1991 bis heute als Wohnheim für wohnungslose Männer. 1951 wurde das Haus nach dem von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfer Helmuth Hübener benannt, der mit 17 Jahren vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt wurde.

Das Hüttengefängnis weist dabei einige Parallelen zur Nutzungsgeschichte der Viktoria-Kaserne auf. Beide waren Orte der nationalsozialistischen Verfolgung, dienten als Sammelpunkte u.a. für Deportationen in die Konzentrationslager und wurden nach dem Zweiten Weltkrieg jahrelang als Wohnunterkunft für obdachlos gewordene Menschen benutzt.

Herbert Diercks wird die Geschichte des Hüttengefängnisses skizzieren und sie in Bezug zum Polizeigefängnis Altona stellen. Die Veranstaltung soll anhand der vergleichenden Nutzungsgeschichte zweier Einrichtungen, die über lange Zeit der Repression dienten, einschneidende Kapitel der Hamburger Geschichte beleuchten. Dazu wird es ergänzende Beiträge aus dem Publikum geben.

Zum Autor und Referenten: 
Herbert Diercks, Historiker und ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte des NS in Hamburg, 1994 bis 2019 Redaktionsmitglied der „Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland“.

Zu den Bauheften: 
Neben dem Bauheft zum Hüttengefängnis ist im Schaff-Verlag auch ein Bauheft zur ehemaligen Viktoria-Kaserne erschienen, das wir wärmstens zur parallelen Lektüre empfehlen.

Ort: Seminarraum dock europe