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Di. 28.10.2025

Gedenkveranstaltung zum 87. Jahrestag der »Polenaktion«

87. Jahrestag der „Polenaktion“
Das Schicksal der jüdischen Familie Friedfertig, die im Oktober 1938 nach Polen zwangsabgeschoben wurde
Dienstag, 28. Oktober 2025, 16 Uhr
Sporthalle Haubachstraße 62, Altona

Am 28. Oktober erinnern wir alljährlich an die Ereignisse der sogenannten Polenaktion von 1938. An diesem Tag wurden reichsweit 17.000 Jüdinnen und Juden mit polnischem Pass gewaltsam über die deutsch-polnische Grenze abgeschoben. Allein in Hamburg waren davon 1000 Menschen betroffen. Viele von ihnen wurden nach dem Überfall der Wehrmacht auf Polen und der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs Opfer des Holocaust.

Dieses Jahr wird Andreas Wittenberg die Geschichte von Mirjam Friedfertig (später Prof. Schmida, 1926–2006, Bar-Ilan Universität) erzählen, die mit seiner Mutter Steffi Wittenberg (geb. Hammerschlag) eng befreundet war. Gemeinsam waren sie Schülerinnen an der Israelitischen Töchterschule in Hamburg. Mirjam und ihre Familie wurden am 28. Oktober 1938 gewaltsam ins polnische Grenzland abgeschoben. Über Briefe blieben sie und Steffi bis 1939 in Kontakt. Mirjam und ihrer Familie gelang die Auswanderung nach Palästina, während Steffi und ihre Eltern nach Uruguay ins Exil gingen, wo Steffi ihren Mann Kurt kennenlernte. Im späten Erwachsenenalter kam es auf der 2. Joseph-Carlebach-Konferenz in Hamburg im Jahr 1993 zu einem unverhofften Wiedersehen.

Ergänzend zum Beitrag von Andreas Wittenberg werden Laura Koch-Pauka und Monika Rulfs Briefe zwischen seiner Mutter, Mirjam und weiteren Schülerinnen der Israelitischen Töchterschule ebenso wie einen Bericht der Eltern Rosa und Koppel Friedfertig über die Abschiebeaktion vorlesen.

Für den musikalischen Rahmen sorgen Taly Almagor (Geige) und Stefan Goreiski (Akkordeon). Eröffnet wird die Veranstaltung durch Propst Thomas Drope.

Im Anschluss gehen wir gemeinsam zum Gedenkstein in Altona, um dort die Veranstaltung in Stille ausklingen zu lassen.

Wir laden herzlich ein, an diesem Nachmittag gemeinsam zu erinnern und der Opfer zu gedenken.

Veranstaltet von: Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein und Kirchengemeinde Altona-Ost in Kooperation mit der fux eG sowie der Stolperstein-Initiative Hamburg.

Foto: Gesche Jäger / VHS Hamburg

Ort: Ehemalige Reit- und Exerzierhalle der Viktoria-Kaserne, Turnhalle Haubachstraße 62