Umsonstladen

umsonstladen

Am 1. Juni hat an der Bodenstedtstraße das erstes Ladengeschäft der fux eG eröffnet und wir können sagen: Es brummt. Der Umsonstladen ist ein Geschäft abseits kapitalistischer Pfade, ein Business ohne Business sozusagen: Was dort in den Regalen liegt und steht, hat keinen Preis und kann unentgeldlich mitgenommen werden. Der Umsonstlade lebt von Spenden und die fließen so reichlich, dass es zeitweilig schon Annahmestop gab. Trotzdem ist er etwas anderes als kirchliche Wohlfahrts-Einrichtung – dem Arbeitskreis Lokale Ökonomie, kurz AK LÖk, der ihn betreibt, geht es um einen solidarischen und nachhaltigen Umgang mit den Dingen, die normalerweise ausschließlich als Ware begriffen werden. Wir haben ein kurzes Interview mit Geri, Ilka und Volker vom AK LÖk geführt.

fux: Warum tut ihr, was ihr tut?

AK LÖk: Um all diese Dinge zu produzieren, wurde sehr viel Energie aufgewendet. Unsere Arbeit ist Anstoß und Denkanregung, sie nicht einfach wegzuschmeißen. Der Umsonst-Laden und  das Repair Café in dem elektronische Geräte unter Anleitung einfach repariert werden können, haben eine gesellschaftsverändernde Dimension.  Durch das Umsonst-Prinzip negieren wir die herrschenden Marktgesetze und die kapitalistische Logik. Es ist immer wieder ein guter Moment zu sehen, wie viele Besucherinnen und Besucher automatisch zum Portemonnaie greifen weil es einfach sonst nicht vorkommt, daß sie etwas mitnehmen dürfen ohne bezahlen zu müssen. Diese Prägung wollen wir verändern. Die Leute glauben nicht, dass sie guten Gewissens etwas nehmen dürfen.

fux: Und was ist mit denen, die nicht genug bekommen können, weil es umsonst ist?

AK LÖk: Klar, es gibt auch die anderen, bei denen „Umsonst“ den Raff-Effekt auslöst und die sich dann die Tüten voll stopfen wollen. Da erklären wir und versuchen, unser Prinzip zu vermitteln. Alle dürfen nur für den Eigenbedarf mitnehmen und es geht uns nicht um Almosen für die Armen. Alle sind hier willkommen. Einige verstehen erst, wenn sie genug mitnehmen durften, dass es hier anders läuft und bringen dann auch mal Sachen zu uns zurück. Wir machen eben auch nicht nur den Umsonstladen, sondern das Repair-Café, ein Kleinmöbelllager, das gegen ausgehandelte Spenden funktioniert und unsere Kreativwerkstatt. Dort nähen wir zusammen und machen andere Handarbeiten , wir helfen uns gegenseitig und klönen. Bei uns ist Wert etwas anderes als in der kapitalistischen Ökonomie.“

fux: Ihr habt vorher euren Umsonstladen an der Stresemannstraße gehabt. Was hat euch dazu gebracht, die Genossenschaft fux eG mitzugründen?

AK LÖk: Wir sind Genossenschafts-Fans und einige von uns sind schon von Anfang an bei Lux und Konsorten – einer der Gründungsgruppen der jetzigen fux eG – dabei gewesen. Außerdem müssen wir unsere Miete über Spenden aufbringen. Bei fux haben wir eine deutlich günstigere Miete und bessere Bedingungen als bei der SAGA. Das ist schon sehr wichtig um unsere Arbeit hier im Stadtzentrum weiter machen zu können. Wir sind ungefähr 25 bis 30 Aktive und dann noch etliche inaktive Vereinsmitglieder. Dass wir nicht mehr direkt an der Stresemannstraße hocken müssen, wenn wir mal vor die Tür wollen, ist natürlich auch nicht schlecht. Die Leute finden uns hier inzwischen auch und es tun sich neue Verbindungen auf. Wenn mal nix los ist, machen wir den Laden auch früher zu. Was immer wieder Spaß bringt, ist die gemeinsame Arbeit in unserem Verein, wir sind ein schräger und diverser Haufen, alt und jung, lange oder kürzer dabei. Wir freuen uns auf die neue Ära bei fux.

Umsonstladen des Arbeitskreis Lokale Ökonomie, Bodenstedtstraße 16

Regelmäßige Öffnungszeiten:

 Umsonstladen / Kleinmöbellager:

 Montags 16.00 – 18.00 Uhr
 Dienstags 18.30 – 20.30 Uhr
 Mittwochs 16.00 – 19.00 Uhr
 Freitags 10.30 – 16.00 Uhr
 Samstags 10.00 – 12.30 Uhr

 Repair-Café:

 Dienstags 10.00 – 13.45
 Erster Dienstag im Monat 16.00 – 18.00

 Weitere Infos: https://www.ak-loek.de/

Foto: Jakob Boerner