dockeurope
Di 07.02.

„Mein Opa war der Totengräber von Rumbula.“

Begleitprogramm zur Ausstellung:
„Der Tod ist ständig unter uns.“ Die Deportationen nach Riga und der Holocaust im deutsch besetzten Lettland

Gespräch mit Lorenz Hemicker, Enkel des SS-Offiziers Ernst Hemicker. Der Ingenieur und SS-Offizier Ernst Hemicker war an der Ermordung von über 26.500 Jüdinnen und Juden im Wald von Rumbula beteiligt. Als Bauingenieur stellte er seine Kenntnisse und Fähigkeiten in den Dienst der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Er berechnete, wie groß die von sowjetischen Kriegsgefangenen ausgehobenen Massengräber sein mussten, um die Tausenden Toten aufnehmen zu können. Obwohl schon 1931 in die NSDAP und 1933 in die SS eingetreten, hielt sich in der Familie lange Zeit das Gerücht, Ernst Hemicker sei Mitläufer gewesen.
Lorenz Hemicker hat seinen Großvater nie kennengelernt. Erst nach dem Tod seines Vaters begann er, der Geschichte seines Großvaters nachzugehen und aufzudecken, was er im Nationalsozialismus getan hatte. Im Gespräch berichtet Lorenz Hemicker von seinen Recherchen und geht der Frage nach, wie mit dem familiären Erbe umzugehen ist.

Keine Anmeldung erforderlich.

Beginn: 19 Uhr
Weitere Infos: https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/veranstaltungskalender/calendar/2023/02/

Ort: dock europe Seminarraum